Südl. Stadteingang Gammertingen
Wettbewerbsaufgabe:
Gegenstand des Wettbewerbs ist die Ideenfindung zur Erarbeitung einer städtebaulichen Gesamtkonzeption innerhalb des Sanierungsverfahrens „Hohenzollernstraße“ entlang der innerstädtischen Achsen der Hohenzollernstraße (B 32) und Roter Dill, insbesondere die Neubebauung von Brachen- bzw. Freiflächen am südlichen Stadtgraben. Durch die Neugestaltung des südlichen Stadteingangs soll eine nachhaltige Aufwertung des unmittelbar angrenzenden Umfeldes sowie des historischen Stadtzentrums erreicht werden.Das neue Wohnangebot, das einer der beiden Auslober auf einem zentralen Grundstücksbereich südlich des Stadtgrabens plant, soll für Menschen mit Behinderungen neue zentrumsnahe gemeindeintegrierte Wohnmöglichkeiten schaffen. Das Angebot soll durch eine Anlaufstelle mit Hilfe- und Unterstützungsleistungen wie Beratung und Assistenz, sowie ambulante Hilfen und einer Gewerbefläche (Laden, Büroräume, etc.) komplettiert werden.
Konzept:
StädtebauDer mittelalterliche Ortskern von Gammertingen ist geprägt durch die kleinteilige Struktur der Bebauung. Die östliche Straßenseite bildet mit einer Mischung aus Behörden und Ämtern das Rückgrat der Altstadt.
Die Neubebauung des Schlossplatzes mit dem Schlossforum sowie das Maria-Berg Wohnprojekt am südlichen Eingang zur Altstadt schließen Lücken im bisherigen Stadtbild und vervollständigen somit die Form.
Das neue Schloßforum bildet durch seine zurückgezogene Stellung eine Zäsur vor dem Schloß und tritt nicht in Konkurrenz mit diesem.
Die Neubebauung am südlichen Stadteingang durch das Maria-Berg-Projekt und die Wohn- und Geschäftshäuser gliedert sich in Größe und Kubatur in die bestehende Struktur ein. Durch die Aufnahme von Baufluchten bilden die
Gebäude die südliche Eingangssituation in die Altstadt deutlich ab. Beide Bauaufgaben (Wohn- und Geschäftsgebäude sowie Maria-Berg Wohnprojekt) werden in mehrere einzelne Baukörper aufgelöst um sie der städtebaulichen
Körnung der Stadt anzupassen und um Bezüge zur umstehenden Bebauung aufnehmen zu können.
Straßenraum und Platzgestaltung
Mit dem vorgeschlagenen Gestaltungskonzept soll der diffuse Stadtraum am Schloß aufgewertet werden und mit dem Platz am Farrenstall ein neuer städtischer Innenhof geschaffen werden. Die gestalterische Neuordnung soll Plätze unterschiedlicher Qualitäten im Ortskern schaffen und zum Aufenthalt einladen. Die neu entstehenden Platzräume zeigen sich unterschiedlich. Der Schloßplatz bindet unter dem Schlossforum durch. Dieses wirkt wie auf den Platz aufgestellt. Zur Altstadt hin präsentiert sich der Platz städtisch und bildet mit in die Platzoberfläche eingelassenen Wasserfontänen den Vorplatz für das Schloß. Der Schloßplatz zur Lauchert hin nimmt die Bezüge zum Grünzug und zum wiederbelebten Stadtgraben auf. Hier werden ruhige Aufenthaltsqualitäten geschaffen. Die Promenade endet auf dem Platz und senkt sich zur Lauchert zum Wasser hin ab. Der ehemalige Stadtgraben wird wieder freigelegt und gefüllt um die mittelalterlichen Spuren in der Stadt erlebbar zu machen.
Die Erschließung des Schloßplatzes ist von beiden Seiten barrierefrei. Unterschiedliche Beläge bilden unterschiedliche Bereiche aus. Die Gesamtfläche bleibt dadurch aber unzerteilt und bietet Platz für die unterschiedlichsten Nutzungen (Wochenmarkt, Freilufttheater, Aufenthalt oder auch Parkierung). Feste Sitzelemente aus Beton und Holz strukturieren den Platz und laden zum Verweilen ein. Die Möblierung folgt auch der Promenade, die mit Silberweiden aufgewertet wird.
Die Gestaltung des Platzes am Farrenstall spielt mit den topographischen Gegebenheiten. Rampen und Treppen verbinden die unterschiedlichen Ebenen. Die entstehende Terrassierung bildet geschützte Vorbereiche für die Bewohner des Maria-Berg-Wohnheims ohne diese vom öffentlichen Platz zu separieren. Die Rampen garantieren Barrierefreiheit zu allen Erschließungswegen und strukturieren den Platz.
Schlichte Beleuchtungsobjekte entlang der Hohenzollernstraße und des Roten Dills umrahmen die Altstadt. Schloß und Arkaden werden Nachts zusätzlich blendfrei beleuchtet und damit die Altstadt inszeniert. Die Gassen und Plätze
der Altstadt werden gleichmäßig ausgeleuchtet um den städtischen Raum auch bei Nacht erfahrbar zu machen.
Verkehr und Fußgänger
Die Verkehrsführung erfolgt wie Ursprünglich durch die Altstadt, soll jedoch nicht als Hauptbestandteil der starken Nord-Süd Achse wahrgenommen werden, sondern nur Bestandteil des Gesamtbildes sein. Um eine Revitalisierung bzw. Neubildung der Einkaufsmeile zu erreichen, wird die überfahrbare Fläche auf 6m, zugunsten eines breiteren Fußgängerbereichs auf der Ost- und Westseite, reduziert.
Den Fußgängern wird mehr Raum eingeräumt und der Autoverkehr durch reduzierte Spurbreite verlangsamt. Somit wird die Aufenthaltsqualität auf der Haupterschließung der Altstadt zu Gunsten der Fußgänger aufgewertet um die
Revitalisierung der Einkaufsmeile zu fördern. Der Fußgänger erhält Vorrang gegenüber dem rollenden Verkehr.
